• Christian Lux

Literatur- und Übersichtsarbeit


Wissenschaftliche Arbeiten können auch als Literatur- und Übersichtsarbeiten verfasst werden. In diesen Arbeiten liegen keine empirischen Erhebungen oder experimentelle Versuchsanordnungen zugrunde. Es kommen dann auch keine quantitativen oder qualitativen Forschungsmethoden zum Einsatz, auch keine Triangulationen. Eine Literatur- und Übersichtsarbeit ist eine theoretische Übersicht, die aktuelle Forschungsergebnisse zusammenfasst und auswertet und sie sind als Qualitätsstandard in der evidenzbasierten Forschung bekannt. Nicht zu verwechseln mit einer Meta-Analyse. Meta-Analysen ermitteln zusätzlich noch Einschätzungen für zukünftige Ergebnisse. Übersichtsarbeiten haben den Zweck, vorhandenes Wissen zu einem bestimmten Thema zu komprimieren und zu beurteilen. Hierfür muss die entsprechende Literatur zunächst einmal selektiert, gruppiert, systematisch aufgearbeitet, analysiert und anschließend kritisch bewertet werden. Eine wissenschaftliche Übersichtsarbeit verbindet verschiedene Quellen und beinhaltet zudem selbst auch eine eigene Fragestellung um letztlich eine eigene Schlussfolgerungen daraus zu ziehen. Die Aufgabe der Forschenden besteht darin, verschiedene empirische Studien und unterstützendes Material für die Arbeit zusammenzutragen, diese zu kategorisieren und zu vergleichen, um damit neues Wissen zu generieren. Seminararbeiten zählen auch zu wissenschaftlichen Arbeiten und sie werten in der Regel, zwischen 10 und 25 Beiträge für ihre Arbeiten aus. Publizierte Literaturübersicht kann, je nach Quellenlage, auch zwischen 50 und 100 Artikel beinhalten. Eine Literaturübersicht ist ähnlich aufgebaut, wie eine empirische Arbeit. Sie beinhaltet eine Einleitung, eine theoretische Fundierung (Methoden und Ergebnissen) und eine Diskussion, evtl. mit einem separaten Schluss, also einem Fazit. Da für die Übersichtsarbeit sehr viele Artikel verarbeitet werden, ist eine gründliche Dokumentation über den Auswahlprozess der Studien enorm wichtig, denn diese Übersichtsarbeit steht und fällt mit der Auswahl der Literatur. Es muss deswegen genau angegeben werden, wie man bei der Suche vorgegangen ist, in welchen Datenbanken man gesucht hat, welche Schlagworte in welcher Form verwendet wurden, nach welchen Kriterien Quellen ein- oder ausgeschlossen wurden und wie viele Quellen und andere Literatur in die Literaturübersicht eingeflossen sind. Auf diese Fragen wird besonders im Methodenteil, teilweise auch mithilfe von Tabellen eingegangen.